Carbon Farming

Humusvermehrung und mehr Gehölze auf landwirtschaftlichen Flächen für den Klimaschutz und die Abmilderung der Folgen des Klimawandels

Vergleich von BödenDas angekündigte Verbot von Glyphosat, Einschränkungen bei Pflanzenschutzwirkstoffen, die neue Düngeverordnung und die zunehmende Problematik der Wasserversorgung bewegen derzeit viele Landwirte. Sie sind daher auf der Suche nach neuen Ansätzen, wie sich unter den veränderten Rahmenbedingungen eine wirtschaftliche Produktion gewährleisten lässt.

Dabei bietet die Rückbesinnung auf den Wert eines humusreicheren und lebendigen Bodens und alte Techniken zu dessen Aufbau wertvolle Ansatzpunkte: Ein gut entwickeltes Bodenleben mit Bakterien, Pilzen und Regenwürmern hilft den Kulturpflanzen aktiv bei der Erschließung der erforderlichen Nährstoffe und erleichtert den Zugang zum Wasser. Besonders Wichtig auch bei unregelmäßigen Niederschlägen: Ein stabiles humoses Bodengefüge mit Regenwurmlöchern erleichtert die Versickerung von Regenwasser und erhöht dessen Speicherfähigkeit für Dürreperioden. Eine aktuelle wissenschaftliche Metastudie zeigte, dass besonders Zwischen- und Untersaaten, sowie mehrjährige Kulturen eine bessere Infiltration des Wassers bewirken. Diese Effekte sind  sehr wichtig zur Minderung vermehrter Hochwasser- und Dürreschäden im Zuge des Klimawandels! Wesentlich ist eine permanente Bedeckung des Bodens, die zugleich auch die Erosion minimiert und das Klima für das Bodenleben optimiert. Eine besonders wirksame Form von Dauerkulturen sind Gehölze auf oder an Feldern und Weiden, sogenannte agroforstliche Systeme, die hier auf einer speziellen Seite vorgestellt werden.

In den Interreg-Projekt "Carbon Farming" (Laufzeit 1.9.2018 - 31.8.2021) werden Beispiele zusammengetragen und verbreitet, wie auf landwirtschaftlichen Flächen mehr Kohlenstoff in Böden und Bäumen gebunden und damit auch Geld verdient werden kann. Bei einer Tagung auf der AGRITECHNICA 2019 wurden viele Aspekte des Themas dargestellt (Vorträge zum Download unten auf der Seite).

Auf Ackerflächen bestehen grundätzlich die folgenden Ansatzpunkte zur Vermehrung von Humus (siehe auch hier):

  1. Minimierung der Bodenbearbeitung
  2. Förderung der Bodenpilzflora durch Beimpfen
  3. Untersaaten
  4. Zwischenfruchtanbau
  5. Vielfältige Fruchtfolgen insbesondere mit Stickstoff-/Humusmehrern
  6. Einbringen von Kompost 
  7. Einbringen von Pflanzenkohle 
  8. Bracheperioden/ Anbau von Wildpflanzen
  9. Agroforstliche Anbausysteme und andere Gehölzpflanzungen

Ausführliche Informationen zur humusförderlichen konservierenden Bodenbearbeitung findet man auf der Website der GKB e.V. und in den dort aufgeführten Publikationen.

Auch auf der Website der Ökoregion Kaindorf, die ein aktuell in Mitteleuropa als Vorbild dienendes Modell zur Firnanzierung des Humusaufbaus durch Zertifikate entwickelt hat, bietet viele nützliche Informationen.

Angelehnt an das Kaindorfer Modell bieten u.a. die Firma CarboCert und die Stiftung Lebensraum Informationen und Humus-Zertifizierungen an.

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Kontakt

Dr. Ernst Kürsten

Telefon +49 (0)511 - 49 90 66

Email: ek   wood-report.de